Die Wassergeburt – was sind die Vor- und Nachteile?

Unter Wassergeburt versteht man, dass sich die schwangere Frau unter der Geburt in einem Wasserbecken oder einer Badewanne befindet. Es kann entweder nur die Endphase der Geburt, die sogenannte Austreibungsphase, im Wasser verbracht werden oder auch die Phase zuvor, die sogenannte Eröffnungsphase.

Im Mai 2018 ist eine Cochrane-Analyse (evidenzbasierte Übersichtsarbeit) zu diesem Thema erschienen: www.cochrane.org/CD000111/PREG_i…

Es wurden die Ergebnisse aus insgesamt 15 Studien zusammengefasst. Insgesamt kann man sagen, dass nichts gegen eine Wassergeburt spricht.
Die Sorge, dass ein erhöhtes Infektionsrisiko für Mutter oder Kind besteht, wurde nicht bestätigt. Die Autorinnen der Analyse vermuten, dass die Zahl der Frauen, die eine PDA (Periduralanästhesie = Art der Regionalanästhesie) unter der Geburt benötigen, sich reduziert. Es konnte allerdings nicht gezeigt werden, dass ein Dammriss durch eine Wassergeburt verhindert werden kann bzw. dass das Ausmaß eines Dammrisses durch eine Wassergeburt reduziert wird.

Die Qualität der Studien war sehr unterschiedlich. Zum Teil waren diese von geringer Aussagekraft, sodass die Autorinnen darauf hinweisen, dass weitere Untersuchungen zu diesem Thema notwendig sind.

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Dr. Christine Adler ist niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Naturheilverfahren, in Hamburg Rahlstedt. Hier schreibt sie über Themen und Fragen, die ihr in der Sprechstunde immer wieder begegnen.