Toxoplasmose in der Schwangerschaft

Die Toxoplasmose ist eine Infektionskrankheit, die durch den Parasiten Toxoplasma gondii verursacht wird. Hauptwirt dieses Parasiten sind Katzen, jedoch können auch Menschen infiziert werden. Eine Erstinfektion beim Menschen verläuft oft ohne gravierende Symptome, es können allerdings Fieber, Kopfschmerzen und Muskelschmerzen auftreten.

Menschen können sich über zwei Wege mit Toxoplasmose infizieren: Das Essen von Toxoplasmen-Oozysten über Aus­scheidungen der Katze, z.B. in unge­waschenem Gemüse, sowie die Aufnahme von Toxoplasmose-Gewebe­zysten im Fleisch bzw. in Fleisch­produkten infizierter Tiere. Wird Fleisch nur ungenügend gegart oder roh verzehrt (z.B. Rohwurst, Mett), können die Toxoplasmose-Erreger im Fleisch überleben und zur Infektion führen.

Im März veröffentlichte das Robert-Koch-Institut (RKI) eine Studie zur Häufigkeit von Infektionen mit Toxoplasma gondii in der Schwangerschaft:
www.rki.de/DE/Content/InfAZ/T/To…

Nach dieser Studie infizieren sich jährlich in Deutschland 6.393 Schwangere mit Toxoplasma gondii. Das sind 1,0 % aller Schwangerschaften. Daraus resultieren 1.279 fetale Infektionen (d.h. eine Übertragung der Infektion von der Mutter auf das Kind, da nicht bei jeder mütterlichen Infektion auch das Kind betroffen ist). Da auch eine fetale Infektion nicht unbedingt klinische Symptome verursachen muss, geht man von jährlich 345 Neugeborenen mit Symptomen aus.
Dazu schreibt das RKI: „Diese Zahl liegt deutlich höher als die 8 – 23 Fälle, die dem Robert Koch-Institut jährlich als kongenitale Toxoplasmose gemeldet werden. Dies weist auf eine starke Untererfassung dieser Erkrankung bei Neugeborenen hin.“

Ein Screening auf Toxoplasmose-Antikörper, wie es z.B. in Frankreich stattfindet, ist in Deutschland nicht in den Mutterschafts-Richtlinien vorgesehen. Jedoch ist diese Untersuchung als Selbstzahler-Leistung möglich.
Bei frühzeitiger Erkennung einer akuten Infektion der Mutter und Gabe von gut verträglichen Medikamenten gegen die Toxoplasmose-Infektion kann eine Schädigung des Kindes verhindert werden.

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