Themen bei Frau Adler, Seite 4

Lichen sclerosus

Der Lichen sclerosus ist eine entzündliche Hauterkrankung, die sowohl bei Frauen als auch bei Männern auftreten kann und die sich vor allem im Genitalbereich zeigt. Auch Kinder können bereits betroffen sein.

Führendes Symptom ist der Juckreiz, außerdem können auch Schmerzen bzw. Wundgefühl, sowie empfindliche Haut, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und Schmerzen beim Wasserlassen auftreten. Die Haut im betroffenen Bereich erscheint meist blass, elfenbeinfarben oder porzellanweiß. Bei Frauen tritt die Hautveränderung oft kreisförmig um Scheideneingang und After herum auf. Nicht selten finden sich auch kleine Einblutungen und Einrisse, da durch den starken Juckreiz oft gekratzt wird. Besteht ein Lichen unbehandelt für längere Zeit, so wird die Haut verhärtet, vernarbt und kann bei der Frau eine Verengung des Scheideneinganges verursachen. Langfristig besteht ein etwas erhöhtes Risiko, an einem (Plattenepithel-)Karzinom des betroffenen Hautbereiches zu erkranken.

Der Lichen sclerosus ist eine chronische Erkrankung. Dies bedeutet, dass sich durch eine Therapie die Symptome und Langzeitfolgen behandeln lassen, jedoch keine endgültige Heilung möglich ist und die Erkrankung lebenslang besteht.

Die Behandlung besteht aus der Applikation von stark wirkenden Kortisonsalben. Es gibt verschiedene Theapieschemata, nach denen zunächst täglich und dann allmählich ausschleichend das betroffene Hautareal mit der Kortisonsalbe versorgt wird. Zusätzlich ist eine mehrfache, tägliche Behandlung mit Hautpflegemitteln, z.B. fetten Salben, notwendig.

Die Ursache des Lichen sclerosus ist nicht bekannt. Es gilt als autoimmune Erkrankung, außerdem wird eine genetische Disposition vermutet. Einige Krankheiten zeigen eine Assoziation zu Lichen sclerosus, zum Beispiel: Schilddrüsenerkrankungen, Vitiligo („Weißfleckenkrankheit“), entzündliche Darmerkrankungen, Alopecia areata (kreisrunder Haarausfall), rheumatoide Arthritis und Psoriasis (Schuppenflechte).

Es gibt einen Selbsthilfe-Verein für den deutschsprachigen Raum: www.lichensclerosus.ch/de/home

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Toxoplasmose in der Schwangerschaft

Die Toxoplasmose ist eine Infektionskrankheit, die durch den Parasiten Toxoplasma gondii verursacht wird. Hauptwirt dieses Parasiten sind Katzen, jedoch können auch Menschen infiziert werden. Eine Erstinfektion beim Menschen verläuft oft ohne gravierende Symptome, es können allerdings Fieber, Kopfschmerzen und Muskelschmerzen auftreten.

Menschen können sich über zwei Wege mit Toxoplasmose infizieren: Das Essen von Toxoplasmen-Oozysten über Aus­scheidungen der Katze, z.B. in unge­waschenem Gemüse, sowie die Aufnahme von Toxoplasmose-Gewebe­zysten im Fleisch bzw. in Fleisch­produkten infizierter Tiere. Wird Fleisch nur ungenügend gegart oder roh verzehrt (z.B. Rohwurst, Mett), können die Toxoplasmose-Erreger im Fleisch überleben und zur Infektion führen.

Im März veröffentlichte das Robert-Koch-Institut (RKI) eine Studie zur Häufigkeit von Infektionen mit Toxoplasma gondii in der Schwangerschaft:
www.rki.de/DE/Content/InfAZ/T/To…

Nach dieser Studie infizieren sich jährlich in Deutschland 6.393 Schwangere mit Toxoplasma gondii. Das sind 1,0 % aller Schwangerschaften. Daraus resultieren 1.279 fetale Infektionen (d.h. eine Übertragung der Infektion von der Mutter auf das Kind, da nicht bei jeder mütterlichen Infektion auch das Kind betroffen ist). Da auch eine fetale Infektion nicht unbedingt klinische Symptome verursachen muss, geht man von jährlich 345 Neugeborenen mit Symptomen aus.
Dazu schreibt das RKI: „Diese Zahl liegt deutlich höher als die 8 – 23 Fälle, die dem Robert Koch-Institut jährlich als kongenitale Toxoplasmose gemeldet werden. Dies weist auf eine starke Untererfassung dieser Erkrankung bei Neugeborenen hin.“

Ein Screening auf Toxoplasmose-Antikörper, wie es z.B. in Frankreich stattfindet, ist in Deutschland nicht in den Mutterschafts-Richtlinien vorgesehen. Jedoch ist diese Untersuchung als Selbstzahler-Leistung möglich.
Bei frühzeitiger Erkennung einer akuten Infektion der Mutter und Gabe von gut verträglichen Medikamenten gegen die Toxoplasmose-Infektion kann eine Schädigung des Kindes verhindert werden.

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Hilfe bei Essstörungen

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat ein Online-Portal zum Thema Essstörungen zusammengestellt:
www.bzga-essstoerungen.de

Es wendet sich sowohl an Betroffene als auch an deren Angehörige und bietet Informationen zu Störungen wie Magersucht, Bulimie, Binge-Eating und andere Essstörungen.

Außerdem gibt es eine Suchfunktion für bundesweite Beratungsangebote:
www.bzga-essstoerungen.de/index….

Gute Informationen bietet auch: www.hungrig-online.de

Hilfe zur Selbsthilfe bei Magersucht: www.magersucht.de

Ebenfalls sehr informativ: www.anad.de/essstoerungen

 

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Was ist Dopplersonografie?

Die Dopplersonografie ist eine Ultraschall-Untersuchung, mit der die Fließgeschwindigkeit des Blutes in den Gefäßen gemessen wird. In der Geburtshilfe werden damit die Versorgung des Ungeborenen und die Funktion des Mutterkuchens überprüft. Außerdem bietet die Doppler-Untersuchung eine Unterstützung bei der Erkennung kindlicher Fehlbildungen und Erkrankungen (z.B. Herzfehler).

Die Dopplersonografie kann als Überwachungsmethode bei Risikoschwangerschaften eingesetzt werden. Bei Komplikationen in der Schwangerschaft, wie z.B. einer Plazentainsuffizienz (nicht ausreichende Versorgung des Kindes durch den Mutterkuchen) oder einer Präeklampsie*, gibt die Dopplersonografie wichtige Informationen über den Zustand des ungeborenen Kindes.
Die Mutterschaftsrichtlinien geben dabei vor, wann die Doppler-Untersuchung eingesetzt wird.

*Präeklampsie = In der Schwangerschaft auftretende Erkrankung mit erhöhtem Blutdruck (Hypertonie), vermehrter Eiweißausscheidung im Urin (Proteinurie) und Wassereinlagerungen (Ödeme).

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Pille und Thromboserisiko

Schon lange ist bekannt, dass „die Pille“ (also die Mikropille), das Thromboserisiko erhöht. Eine Thrombose ist ein Blutgerinnsel in einem Blutgefäß, meist in den Beinvenen. Wenn sich so ein Thrombose­gerinnsel löst, verursacht es eine Embolie, zum Beispiel in der Lunge.
Zum Ende des vergangenen Jahres gab es eine Welle an Berichten zu diesem Thema, da ein Gerichtsverfahren gegen ein Pharmaunternehmen wegen einer durch eine Pille mutmaßlich verursachten Thrombose begann.

Hier wesentliche Fakten, die frau kennen sollte, wenn sie sich für die Einnahme einer Mikropille entscheidet:

  • Alle Mikropillen erhöhen das Thromboserisiko. Dabei gibt es Unterschiede in der Höhe des Risikos. Präparate mit einem relativ niedrigem Risiko enthalten die Gestagene Levonorgestrel, Norethisteron oder Norgestimat.
  • Für die Bildung einer Thrombose gibt es weitere Risikofaktoren: Starkes Übergewicht, Rauchen, Alter über 35 Jahre, eine familiäre Neigung zu Thrombosen, Diabetes mellitus und zu hoher Blutdruck.
  • Typische Symptome für eine Thrombose oder eine Embolie sind: Starke Schmerzen / Schwellung eines Beines; plötzliche unerklärliche Atemnot, Schmerzen in der Brust; Schwäche oder Taubheitsgefühl des Gesichtes, Arms oder Beins.

Das BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) hat bereits Anfang 2014 eine Information zu Thema herausgebracht: www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoin…

In der Zusammenfassung macht das BfArM deutlich, dass „keine Notwendigkeit (besteht), das Präparat abzusetzen, wenn bisher keine Probleme bei der Anwendung des kombinierten hormonalen Kontrazeptivums aufgetreten sind.“
Besorgte Frauen, die eine Pille nehmen, sollten also zunächst diese weiternehmen und sich ggf. zu einem Wechsel der Pille bzw. der Verhütungsmethode beraten lassen.
Außerdem schreibt das BfArM: „Bei den meisten Frauen überwiegt der mit der Anwendung von KHK (kombinierten hormonalen Kontrazeptiva) verbundene Nutzen das Risiko für das Auftreten schwerwiegender Nebenwirkungen bei weitem. Der Fokus liegt nun auf der Bedeutung der individuellen Risikofaktoren der einzelnen Frau / Anwenderin sowie der Notwendigkeit, Risikofaktoren regelmäßig neu zu beurteilen.“

VTE-Risiko kombinierter hormonaler Kontrazeptiva
(VTE = venöse Thromboembolie)
Gestagen, welches im KHK enthalten ist
(kombiniert mit Ethinylestradiol, sofern nicht anders angegeben)
Relatives Risiko im Vergleich zu Levonorgestrel Geschätzte Inzidenz
(pro 10 000 Frauen und Anwendungsjahr)
Nichtschwangere Nichtanwenderinnen 2
Levonorgestrel Referenz 5 – 7
Norgestimat / Norethisteron  1,0 5 – 7
Gestoden / Desogestrel / Drospirenon 1,5 – 2,0 9 – 12
Etonogestrel / Norelgestromin 1,0 – 2,0 6 – 12
Chlormadinonacetat / Dienogest / Nomegestrolacetat (E2)
E2: Estradiol
 Noch zu bestätigen1
1Um aussagekräftige Daten für das Risiko dieser Präparate erheben zu können, werden weitere Studien durchgeführt oder sind geplant.

Nachtrag Dezember 2018: In einem „Rote-Hand-Brief“ wird das Thromboserisiko bei Mikropillen mit Dienogest mit 8 – 11 auf 10.000 Frauen angegeben, siehe auch: www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoin…

Übersicht über Verhütungsmethoden.

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Tabelle: Rote-Hand-Brief, 30.01.2014 (PDF)

Die Geburtenzahlen in Hamburg 2015

Im Jahr 2015 wurden in Hamburg bei 23.678 Geburten 24.151 Kinder geboren. Das sind fast fünf Prozent mehr als im Jahr 2014.

Die höchste Zahl gab es dabei im UKE mit 3.361 Kindern.

Danach folgen die weiteren Häuser: Kathol. Marienkrankenhaus 3.354, AK Altona 3.209, AK Barmbek 2.918, Albertinen-Krankenhaus 2.500, AK Nord 1.799, Krankenhaus Mariahilf 1.734, Agaplesion Diakonieklinikum 1.434, Ev. Amalie Sieveking Krankenhaus 1.276, AK Wandsbek 934, Bethesda Krankenhaus Bergedorf 741 und das AK Harburg 736.

Im Geburtshaus wurden 155 Kinder geboren.

Quelle: Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz, 11. Januar 2016
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Roses Revolution Day – über Gewalt in der Geburtshilfe

Heute ist der Roses Revolution Day – eine Aktion gegen Gewalt in der Geburtshilfe.
Jedes Jahr am 25. November ist der „Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“. Seit zwei Jahren gibt es den Roses Revolution Day: von Gewalt unter der Geburt betroffene Frauen legen eine rosafarbene Rose vor dem Kreißsaal ab, in dem sie entbunden haben. Wenn gewünscht, kann ein erklärender Brief beigelegt werden. Bilder der Rosen sollen über soziale Medien weiterverbreitet werden (Hashtag: #rosrev).

Weitere Information gibt es hier: www.gerechte-geburt.de/home/rose…
und auch auf Facebook: www.facebook.com/Roses-Revolutio…

Ein schöner Artikel, der sich mit dem Thema aus Sicht einer Hebamme auseinandersetzt, findet sich hier: www.hebammenblog.de/gewalt-in-de…

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Das Mammografie-Screening

Das Mammografie-Screening in Deutschland wurde seit Mitte der 2000er Jahre aufgebaut und wendet sich an Frauen zwischen 50 und 69 Jahren, die alle zwei Jahre zu einer (kostenfreien) Mammografie eingeladen werden.

Seit der Einführung wird über Nutzen und Schaden durch das Mammografie-Screening diskutiert. Letztlich muss jede Frau für sich selbst darüber entscheiden, ob sie an dieser Untersuchung teilnehmen möchte.

In den aktuellen Veröffentlichungen wird der Nutzen des Screenings in der Regel damit angegeben, wie viele Frauen weniger versterben, wenn sie regelmäßig an dem Screening teilnehmen. Das IQWiG (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen) geht davon aus, dass 1 bis 2 von 1000 Frauen über 10 Jahre weniger sterben. In anderen Studien wird diese Zahl zwischen 0,5 und 5 auf 1000 Frauen angegeben.

Der Schaden des Screenings besteht in einer sogenannten Überdiagnose, das heißt, es werden auffällige Befunde erhoben, die zu einer weiteren Diagnostik und Therapie führen, ohne dass bekannt ist, ob dies tatsächlich notwendig ist. Das IQWiG gibt die Zahl hier mit 5 bis 7 von 1000 Frauen über 10 Jahre an. In einer anderen Veröffentlichung wird eine Zahl von 10 auf 1000 Frauen angegeben.

In den Medien sind bereits zahlreiche Artikel zu diesem Thema veröffentlicht worden, hier zwei Links zu interessanten Artikeln:
Aus der Süddeutschen: www.sueddeutsche.de/gesundheit/m…
Aus der ZEIT: www.zeit.de/wissen/gesundheit/20…

Über die Verwendung der Angabe der 5-Jahre-Überlebensraten gibt es hier einen guten Beitrag: www.rwi-essen.de/unstatistik/36/ (Warum Überlebensraten nichts darüber aussagen, ob man länger lebt.)

Das IQWiG wird eine neue Broschüre zum Mammografie-Screening veröffentlichen: www.iqwig.de/de/presse/pressemit…

Das Mammografie-Screening Hamburg findet sich hier: www.mammascreening-hamburg.de

Vom Mammographie-Screening-Programm gibt es den „Mammo-Cube“, der helfen soll, sich für oder gegen eine Teilnahme am Screening zu entscheiden: www.mammo-programm.de/mammocube/
Zur Zeit wird der „Mammo-Cube“ überarbeitet: www.decisioncube.de/referenzen/

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Übergewicht in der Schwangerschaft

Übergewicht in der Schwangerschaft kann eine Gefahr sowohl für die Mutter als auch für das Kind bedeuten. Studien zeigen, dass bei der Mutter Schwangerschaftsdiabetes, Bluthochdruck und Gestosen vermehrt auftreten. Außerdem ist die Quote an Kaiserschnitten erhöht. Die Kinder haben ein höheres Risiko, später selbst übergewichtig werden und an Diabetes zu erkranken. Zudem ist das Risiko erhöht, dass das ungeborene Kind eine Fehlbildung entwickelt.

Gute Gründe also, vor und in der Schwangerschaft auf eine gute Kontrolle des Körpergewichtes zu achten.
Darüber gibt es auch einen Cochrane Review: www.cochrane.org/de/node/37149 und www.wissenwaswirkt.org/zunehmen-… (Cochrane ist ein Netzwerk von Wissenschaftlern und Ärzten, das sich an den Grundsätzen der evidenzbasierten Medizin orientiert.)

In Hamburg gibt es das STOPP-Projekt, das sich an Schwangere mit Übergewicht und an Frauen mit einem Schwangerschaftsdiabetes richtet. In diesem Projekt gibt es Informationen zur richtigen Ernährung von Mutter und Kind sowie zur Bewegung während der Schwangerschaft: www.hhgd.de/wb/pages/stopp-proje…

Dazu in der WELT: www.welt.de/gesundheit/article13…

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Schwangerschaft: So wächst das Baby im Bauch

Noch immer finde ich es absolut faszinierend, wie im Laufe der Schwangerschaft das Kind in der Gebärmutter wächst und wie es sich in dieser Zeit seinen Platz im Bauch der Mutter nimmt.

Eine sehr schöne Animation, die dies zeigt, bietet das Museum of Science and Industry in Chicago: www.msichicago.org/whats-here/ex…

 

Museum of Science and Industry, Chicago: Make Room for Baby

Bildnachweis: Screenshot, Website „Museum of Science and Industry“