Themen bei Frau Adler, Seite 3

Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sind ein häufiges Problem. Es kann dafür viele Gründe geben: zum einen körperliche Erkrankungen wie zu Beispiel Entzündungen, Endometriose oder Fehlbildungen der Scheide, zum anderen gibt es aber auch viele psychische Ursachen. Man spricht dabei von einer „Genito-Pelvinen Schmerz-Penetrationsstörung“ (GPSPS). Dieser Begriff ist noch relativ neu, früher sprach man von Vaginismus (Penetrationsstörung) und Dyspareunie (sexuelle Schmerzstörung).

Unabhängig von den Begrifflichkeiten sind solche Probleme in der täglichen Praxis nicht selten. Die körperlichen Ursachen für solche Beschwerden können meist recht schnell geklärt werden, aber in der normalen Sprechstunde fehlt Zeit und Ruhe zu den Wurzeln der psychischen Ursachen vorzudringen.

An der Universität Erlangen-Nürnberg wurde ein internetbasiertes Training entwickelt: www.paivina-care.info

Paivina-Care ist ein Selbsthilfe-Training, bei dem anonym teilgenommen werden kann. Im Rahmen der Studie ist das Training im Moment kostenfrei.

Monatshygiene: Was gibt es noch außer Tampon und Binde?

Als Alternative zu Tampons und Binden gibt es für die Regelblutung noch einige andere Möglichkeiten.

Über die Menstruationstasse habe ich bereits vor einiger Zeit einen Artikel geschrieben.

Relativ neu sind die Menstruationsslips. Sie sehen aus wie normale Slips und haben eine Saugkraft wie ein Tampon: www.shethinx.com. Mir scheinen die Slips besonders praktisch zu sein für Frauen mit einem unregelmäßigen Zyklus, die manchmal vom Beginn ihrer Menstruation böse überrascht werden.
Inzwischen gibt es auch ein deutsches Produkt: ooshi „Deutschlands erste Periodenunterwäsche“: www.ooshi-berlin.de

Eine deutliche stärkere Saugkraft hat Flex (www.flexfits.com), das ist eine kleine Scheibe mit verstärktem Rand, die direkt vor dem Gebärmutterhals platziert wird und für 12 Stunden in der Scheide verbleiben kann. Auch Sex soll mit liegendem Flex problemlos möglich sein.

Außerdem gibt es noch Stoffbinden, die waschbar und damit wiederverwendbar sind. Früher waren die Stoffbinden Standard, heute werden sie nur noch relativ selten benutzt. Es gibt sie aus Baumwolle oder Seide, als Binden und als Slipeinlagen. Bezugsmöglichkeit gibt es beispielsweise unter www.kulmine.de und unter www.lunapads.de. Wenn frau möchte, kann sie sich die Stoffbinden auch selbst nähen, online gibt es verschiedene Anleitungen dazu.

Darüber hinaus gibt es noch Menstruationsschwämme, die aus Schaumstoff oder aus Naturschwamm bestehen und in die Scheide eingeführt werden. Die Levantiner-Schwämmchen bestehen aus Naturschwamm, aus Schaumstoff bestehen beispielsweise die Amarelle Gynotex Softtampons und die Beppy Softtampons.

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Pille und Thromboserisiko, 2. Teil: Welches Gestagen ist in welchem Präparat?

Im Artikel Pille und Thromboserisiko habe ich dargestellt, dass alle Mikropillen das Thromboserisiko erhöhen. In der dort angefügten Tabelle ist ersichtlich, wie sich die relativen Risiken der verschiedenen Gestagene (in Kombination mit Estrogen) verhalten.

Oft werde ich gefragt, welche Pillen-Präparate bzw. welches Verhütungspflaster oder welcher Vaginalring denn nun die einzelnen Gestagene beinhalten.

Deshalb hier ein Überblick mit gängigen Präparaten, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Welches Gestagen ist in welchem Präparat? (Überblick)

  • Levonorgestrel: Asumate®, Evaluna®, Femigoa®, Femigyne N®, Femikadin®, Gravistat®, Illina®, Kleodina®, Leanova AL®, Leios®, Leona HEXAL®, Levomin®, Liana®, Lotta HEXAL®, Luisa HEXAL®, Microgynon®, Minisiston®, Miranova®, MonoStep®, Swingo®, Trisiston®, Triqiular®
  • Norgestimat: Amicette®, Cilest®, Lysandra®
  • Norethisteron: Conceplan®, Eve®
  • Gestoden: Alessia HEXAL®, Femodene®, Femovan®, Lisvy® (= Verhütungspflaster), Minulet®
  • Desogestrel: Cedia®, Desmin®, Desofemine®, Famina®, Juliane®, Lamuna®, Marvelon®, Novial®
  • Drospirenon: Aida®, Drospifem®, Eliza HEXAL®, LaYaisa®, LaYanina®, Maitalon®, MYWY®, Petibelle®, Sidretella®, Yara HEXAL®, Yasmin®, Yasminelle®, Veyanne®, Xellia®
  • Etonogestrel: Circlet® (= Vaginalring), Nuvaring® (= Vaginalring)
  • Norelgestromin: Evra® (= Verhütungspflaster)
  • Chlormadinonacetat: Belara®, Bellissima®, Chariva®, Chloee®, Lilia®, Enriqa®, Madinette®, Minette®, Mona HEXAL®, Neo Eunomin®, Pink Luna®, Solera®, Verana®
  • Dienogest: Aristelle®, BonaDea®, Dienovel®, Finic®, Mayra®, Maxim®, Starletta HEXAL®, Qlaira®, Valette®, Velafee®, Velvet®
  • Nomegestrolacetat: Zoely®

Bitte lesen Sie auch den ersten Teil: Pille und Thromboserisiko.
Übersicht über Verhütungsmethoden.

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Welche Verhütung ist hormonfrei?

In meiner Sprechstunde werde ich immer wieder gefragt, ob es nicht auch eine hormonfreie Möglichkeit zur Verhütung gibt.
Ja, es gibt Verhütungsmethoden, die keine Hormone benötigen. Wobei auch hier gilt, dass jede Verhütungsmethode ihre Vor- und Nachteile besitzt und frau sich stets vorher gut über alle Aspekte informieren sollte.

In früheren Artikeln habe ich die meisten Methoden bereits erwähnt, zu einigen schreibe ich hier noch mehr:

Verhütungsmethoden ohne Hormone

Und weil so viele in diesem Zusammenhang danach fragen, hier noch einmal die Links zu den Artikeln über Apps und Wearables.

Das Diaphragma: Es besteht aus einem runden, elastischem Ring, den eine Kuppel mit Silikon überspannt. Es gibt verschiedene Größen (Durchmesser 60 bis 95 mm), so dass das Diaphragma individuell angepasst werden muss. Zum Einführen wird auf das Diaphragma zusätzlich ein spermienhemmendes Gel aufgetragen. Es kann frühestens zwei Stunden vor dem Geschlechtsverkehr eingesetzt werden, nach dem Verkehr sollte es noch mindestens sechs bis acht Stunden in der Scheide verbleiben. Nach der Benutzung wird es gereinigt und kann wiederverwendet werden, es hält bei korrekter Pflege 1 bis 2 Jahre.
Als Variante gibt es das Caya® Diaphragma. Dies hat eine Einheitsgröße, so dass die Notwendigkeit einer Anpassung entfällt (für Diaphragma Größen 65 bis 80 mm). Weitere Informationen gibt es unter: www.caya.eu/home/

Die Femcap®: Sie ist eine Weiterentwicklung der Portiokappe und besteht aus einer gewölbten Kuppel mit einem breitem Rand. Sie umschließt den Muttermund, so dass meist ein Unterdruck entsteht. Die Femcap® gibt es in drei Größen, so dass eine Anpassung ratsam ist. Nach Angabe des Herstellers reicht jedoch die Orientierung an der Vorgeschichte der Frau zur Anspassung (drei Größen: für Frauen, die noch nie schwanger waren / für Frauen, die schwanger waren, aber eine Fehlgeburt, einen Abbruch oder einen Kaiserschnitt hatten / für Frauen, die mindesten eine vaginale Geburt hatten). Auch hier wird beim Einsetzen ein spermienhemmendes Gel aufgetragen. Wie beim Diaphragma kann es frühestens zwei Stunden vor dem Geschlechtsverkehr eingesetzt werden, nach dem Verkehr sollte es noch mindestens sechs bis acht Stunden in der Scheide verbleiben. Zusätzliche Informationen und Bestellmöglichkeit gibt es unter: www.medintim.de/frau-verhuetung-…

Das Femidom® (= Kondom für die Frau): Das Femidom® ist eine Hülle aus Polyurethan mit einem geschlossenen und einem offenen Ende. Das geschlossenen Ende wird tief in der Scheide platziert, das offene Ende wird von einem Ring umschlossen, der vor dem Scheideneingang über den großen Schamlippen liegt. Es handet sich um einen Einmalartikel.

Im August 2017 ist auf Spiegel online ein Artikel zum Thema erschienen:
www.spiegel.de/gesundheit/sex/ho…

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Verhütungsmethoden: Der Kupferperlen-Ball

Eine neue Variante der kupferhaltigen Verhütungsmethoden ist der IUB™-Kupferperlen-Ball (IUB™ = IntraUterinBall). Ebenso wie bei der Kupferspirale und dem Gynefix® bewirkt das Kupfer, das sich damit dann in der Gebärmutterhöhle befindet, dass Spermien in ihrer Beweglichkeit gehemmt werden und dadurch eine verhütende Wirkung eintritt.

Neu ist die Art und Weise, wie das Kupfer in der Gebärmutter hält. Das Kupfer ist in Form von kleinen Kugeln auf einem Faden aufgefädelt. Dieser Faden besteht aus Nitinol, das nach dem Einsetzen in die Gebärmutter eine kugelige Form annimmt. Dieses Gebilde verbleibt dann in der Gebärmutter, aus dem Gebärmutterhals führen zwei Rückholfäden. Man hofft, dass sich der Kupferperlen-Ball besser der Innenwand der Gebärmutter anpasst und so die Trägerin nicht stört, außerdem ist die Einführhilfe des IUB™ relativ schmal, so dass die Einlage gegebenenfalls weniger schmerzhaft sein kann.

Die Vor- und Nachteile entsprechen denen der Kupferspirale:

Die Vorteile: Es handelt sich um eine sichere Art der Verhütung. An eine regelmäßige Einnahme, wie z.B. bei der Pille, muss nicht gedacht werden. Es werden keine Hormone appliziert, der weibliche Zyklus läuft ohne Beeinflussung ab.

Die Nachteile: Die Regelblutung kann stärker werden. Dadurch können auch vermehrt Regelschmerzen auftreten. Der IUB™ kann verrutschen und ausgestoßen werden, daher sind regelmäßige Lagekontrollen notwendig.

Mehr Informationen lesen Sie unter: kupferperlenball.de

Übersicht über weitere Verhütungsmethoden.

Bildnachweis: mibe GmbH Arzneimittel

Lichen sclerosus

Der Lichen sclerosus ist eine entzündliche Hauterkrankung, die sowohl bei Frauen als auch bei Männern auftreten kann und die sich vor allem im Genitalbereich zeigt. Auch Kinder können bereits betroffen sein.

Führendes Symptom ist der Juckreiz, außerdem können auch Schmerzen bzw. Wundgefühl, sowie empfindliche Haut, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und Schmerzen beim Wasserlassen auftreten. Die Haut im betroffenen Bereich erscheint meist blass, elfenbeinfarben oder porzellanweiß. Bei Frauen tritt die Hautveränderung oft kreisförmig um Scheideneingang und After herum auf. Nicht selten finden sich auch kleine Einblutungen und Einrisse, da durch den starken Juckreiz oft gekratzt wird. Besteht ein Lichen unbehandelt für längere Zeit, so wird die Haut verhärtet, vernarbt und kann bei der Frau eine Verengung des Scheideneinganges verursachen. Langfristig besteht ein etwas erhöhtes Risiko, an einem (Plattenepithel-)Karzinom des betroffenen Hautbereiches zu erkranken.

Der Lichen sclerosus ist eine chronische Erkrankung. Dies bedeutet, dass sich durch eine Therapie die Symptome und Langzeitfolgen behandeln lassen, jedoch keine endgültige Heilung möglich ist und die Erkrankung lebenslang besteht.

Die Behandlung besteht aus der Applikation von stark wirkenden Kortisonsalben. Es gibt verschiedene Theapieschemata, nach denen zunächst täglich und dann allmählich ausschleichend das betroffene Hautareal mit der Kortisonsalbe versorgt wird. Zusätzlich ist eine mehrfache, tägliche Behandlung mit Hautpflegemitteln, z.B. fetten Salben, notwendig.

Die Ursache des Lichen sclerosus ist nicht bekannt. Es gilt als autoimmune Erkrankung, außerdem wird eine genetische Disposition vermutet. Einige Krankheiten zeigen eine Assoziation zu Lichen sclerosus, zum Beispiel: Schilddrüsenerkrankungen, Vitiligo („Weißfleckenkrankheit“), entzündliche Darmerkrankungen, Alopecia areata (kreisrunder Haarausfall), rheumatoide Arthritis und Psoriasis (Schuppenflechte).

Es gibt einen Selbsthilfe-Verein für den deutschsprachigen Raum: www.lichensclerosus.ch/de/home

Bildnachweis: © SENTELLO – Fotolia.com

Toxoplasmose in der Schwangerschaft

Die Toxoplasmose ist eine Infektionskrankheit, die durch den Parasiten Toxoplasma gondii verursacht wird. Hauptwirt dieses Parasiten sind Katzen, jedoch können auch Menschen infiziert werden. Eine Erstinfektion beim Menschen verläuft oft ohne gravierende Symptome, es können allerdings Fieber, Kopfschmerzen und Muskelschmerzen auftreten.

Menschen können sich über zwei Wege mit Toxoplasmose infizieren: Das Essen von Toxoplasmen-Oozysten über Aus­scheidungen der Katze, z.B. in unge­waschenem Gemüse, sowie die Aufnahme von Toxoplasmose-Gewebe­zysten im Fleisch bzw. in Fleisch­produkten infizierter Tiere. Wird Fleisch nur ungenügend gegart oder roh verzehrt (z.B. Rohwurst, Mett), können die Toxoplasmose-Erreger im Fleisch überleben und zur Infektion führen.

Im März veröffentlichte das Robert-Koch-Institut (RKI) eine Studie zur Häufigkeit von Infektionen mit Toxoplasma gondii in der Schwangerschaft:
www.rki.de/DE/Content/InfAZ/T/To…

Nach dieser Studie infizieren sich jährlich in Deutschland 6.393 Schwangere mit Toxoplasma gondii. Das sind 1,0 % aller Schwangerschaften. Daraus resultieren 1.279 fetale Infektionen (d.h. eine Übertragung der Infektion von der Mutter auf das Kind, da nicht bei jeder mütterlichen Infektion auch das Kind betroffen ist). Da auch eine fetale Infektion nicht unbedingt klinische Symptome verursachen muss, geht man von jährlich 345 Neugeborenen mit Symptomen aus.
Dazu schreibt das RKI: „Diese Zahl liegt deutlich höher als die 8 – 23 Fälle, die dem Robert Koch-Institut jährlich als kongenitale Toxoplasmose gemeldet werden. Dies weist auf eine starke Untererfassung dieser Erkrankung bei Neugeborenen hin.“

Ein Screening auf Toxoplasmose-Antikörper, wie es z.B. in Frankreich stattfindet, ist in Deutschland nicht in den Mutterschafts-Richtlinien vorgesehen. Jedoch ist diese Untersuchung als Selbstzahler-Leistung möglich.
Bei frühzeitiger Erkennung einer akuten Infektion der Mutter und Gabe von gut verträglichen Medikamenten gegen die Toxoplasmose-Infektion kann eine Schädigung des Kindes verhindert werden.

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Hilfe bei Essstörungen

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat ein Online-Portal zum Thema Essstörungen zusammengestellt:
www.bzga-essstoerungen.de

Es wendet sich sowohl an Betroffene als auch an deren Angehörige und bietet Informationen zu Störungen wie Magersucht, Bulimie, Binge-Eating und andere Essstörungen.

Außerdem gibt es eine Suchfunktion für bundesweite Beratungsangebote:
www.bzga-essstoerungen.de/index….

Gute Informationen bietet auch: www.hungrig-online.de

Hilfe zur Selbsthilfe bei Magersucht: www.magersucht.de

Ebenfalls sehr informativ: www.anad.de/essstoerungen

 

Bildnachweis: © karepa – Fotolia.com

Was ist Dopplersonografie?

Die Dopplersonografie ist eine Ultraschall-Untersuchung, mit der die Fließgeschwindigkeit des Blutes in den Gefäßen gemessen wird. In der Geburtshilfe werden damit die Versorgung des Ungeborenen und die Funktion des Mutterkuchens überprüft. Außerdem bietet die Doppler-Untersuchung eine Unterstützung bei der Erkennung kindlicher Fehlbildungen und Erkrankungen (z.B. Herzfehler).

Die Dopplersonografie kann als Überwachungsmethode bei Risikoschwangerschaften eingesetzt werden. Bei Komplikationen in der Schwangerschaft, wie z.B. einer Plazentainsuffizienz (nicht ausreichende Versorgung des Kindes durch den Mutterkuchen) oder einer Präeklampsie*, gibt die Dopplersonografie wichtige Informationen über den Zustand des ungeborenen Kindes.
Die Mutterschaftsrichtlinien geben dabei vor, wann die Doppler-Untersuchung eingesetzt wird.

*Präeklampsie = In der Schwangerschaft auftretende Erkrankung mit erhöhtem Blutdruck (Hypertonie), vermehrter Eiweißausscheidung im Urin (Proteinurie) und Wassereinlagerungen (Ödeme).

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Pille und Thromboserisiko

Schon lange ist bekannt, dass „die Pille“ (also die Mikropille), das Thromboserisiko erhöht. Eine Thrombose ist ein Blutgerinnsel in einem Blutgefäß, meist in den Beinvenen. Wenn sich so ein Thrombose­gerinnsel löst, verursacht es eine Embolie, zum Beispiel in der Lunge.
Zum Ende des vergangenen Jahres gab es eine Welle an Berichten zu diesem Thema, da ein Gerichtsverfahren gegen ein Pharmaunternehmen wegen einer durch eine Pille mutmaßlich verursachten Thrombose begann.

Hier wesentliche Fakten, die frau kennen sollte, wenn sie sich für die Einnahme einer Mikropille entscheidet:

  • Alle Mikropillen erhöhen das Thromboserisiko. Dabei gibt es Unterschiede in der Höhe des Risikos. Präparate mit einem relativ niedrigem Risiko enthalten die Gestagene Levonorgestrel, Norethisteron oder Norgestimat.
  • Für die Bildung einer Thrombose gibt es weitere Risikofaktoren: Starkes Übergewicht, Rauchen, Alter über 35 Jahre, eine familiäre Neigung zu Thrombosen, Diabetes mellitus und zu hoher Blutdruck.
  • Typische Symptome für eine Thrombose oder eine Embolie sind: Starke Schmerzen / Schwellung eines Beines; plötzliche unerklärliche Atemnot, Schmerzen in der Brust; Schwäche oder Taubheitsgefühl des Gesichtes, Arms oder Beins.

Das BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) hat bereits Anfang 2014 eine Information zu Thema herausgebracht: www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoin…

In der Zusammenfassung macht das BfArM deutlich, dass „keine Notwendigkeit (besteht), das Präparat abzusetzen, wenn bisher keine Probleme bei der Anwendung des kombinierten hormonalen Kontrazeptivums aufgetreten sind.“
Besorgte Frauen, die eine Pille nehmen, sollten also zunächst diese weiternehmen und sich ggf. zu einem Wechsel der Pille bzw. der Verhütungsmethode beraten lassen.
Außerdem schreibt das BfArM: „Bei den meisten Frauen überwiegt der mit der Anwendung von KHK (kombinierten hormonalen Kontrazeptiva) verbundene Nutzen das Risiko für das Auftreten schwerwiegender Nebenwirkungen bei weitem. Der Fokus liegt nun auf der Bedeutung der individuellen Risikofaktoren der einzelnen Frau / Anwenderin sowie der Notwendigkeit, Risikofaktoren regelmäßig neu zu beurteilen.“

VTE-Risiko kombinierter hormonaler Kontrazeptiva
(VTE = venöse Thromboembolie)
Gestagen, welches im KHK enthalten ist
(kombiniert mit Ethinylestradiol, sofern nicht anders angegeben)
Relatives Risiko im Vergleich zu Levonorgestrel Geschätzte Inzidenz
(pro 10 000 Frauen und Anwendungsjahr)
Nichtschwangere Nichtanwenderinnen 2
Levonorgestrel Referenz 5 – 7
Norgestimat / Norethisteron  1,0 5 – 7
Gestoden / Desogestrel / Drospirenon 1,5 – 2,0 9 – 12
Etonogestrel / Norelgestromin 1,0 – 2,0 6 – 12
Chlormadinonacetat / Dienogest / Nomegestrolacetat (E2)
E2: Estradiol
 Noch zu bestätigen1
1Um aussagekräftige Daten für das Risiko dieser Präparate erheben zu können, werden weitere Studien durchgeführt oder sind geplant.

Übersicht über Verhütungsmethoden.

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Tabelle: Rote-Hand-Brief, 30.01.2014 (PDF)