Schwangerschaft: Terminüberschreitung und Übertragung – wann sollte eine Einleitung gemacht werden?

Im Durchschnitt dauert eine Schwangerschaft 280 Tage bzw. 40+0 Schwangerschaftswochen (SSW). Zwischen 40+1 und 41+6 SSW spricht man von einer Terminüberschreitung, ab 42+0 SSW von einer Übertragung.

Liegt eine Überschreitung des berechneten Entbindungstermins vor, so muss man beurteilen, wie gut die Funktion des Mutterkuchens (Plazenta) ist. Bei guter Funktion der Plazenta entstehen Risiken hauptsächlich durch das weitere Wachstum des Kindes: denn aufgrund der Größe des Kindes bei der Geburt (Geburtsgewicht dann häufig über 4.000 g) können sich der Geburtsverlauf verlängern (protrahierte Geburt), vaginal-operative Entbindungen häufiger sein und mehr Geburtsverletzungen auftreten.
Bei einer eingeschränkten Funktion des Mutterkuchens („Plazentaninsuffizienz“) bestehen bei einer Überschreitung zum Beispiel diese Risiken: intrauteriner Fruchttod (IUFT), Asphyxie (Sauerstoffmangel) und erhöhte perinatale Morbidität (kindliche Krankheitshäufigkeit).

Die DGGG (Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe) hat Empfehlungen für das Vorgehen bei Terminüberschreitung und Übertragung bei risikoarmen Einlingsschwangerschaften ohne spezifische Risiken formuliert, wobei diese Leitlinie zur Zeit überarbeitet wird. (siehe auch: 015-065l_S1_Terminüberschreitung_Übertragung_02-2014-verlaengert_01.pdf )

  • 37+0 bis 39+6 SSW: kein Einleitungsbedarf, Ausnahme: Schwangeren über 40 Jahren kann ab 39+0 SSW eine Einleitung angeboten werden
  • 40+0 bis 40+6 SSW: Kontrolle alle 2-3 Tage mit Kardiotokografie und Ultraschall-Kontrolle der Fruchtwasser-Menge
  • 41+0 bis 41+6 SSW: eine Einleitung sollte diskutiert bzw. angeboten werden, ab 41+3 SSW sollte sie empfohlen werden, erst ab 42+0 SSW besteht eine zwingende Indikation zur Einleitung bzw. zum Kaiserschnitt

Bei einem Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes=GDM) gibt es nach der aktuellen S3-Leitlilinie andere Empfehlungen. Hier wird danach unterschieden, ob es sich um einen diätisch eingestellten GDM oder einen insulinpflichtigen GDM handelt. (siehe auch: 057-008l_S3_Gestationsdiabetes-mellitus-GDM-Diagnostik-Therapie-Nachsorge_2019-03.pdf )

  • diätetisch gut eingestellter GDM ohne zusätzliche Risiken: Einleitung ab 41+0 SSW
  • insulinpflichtiger, gut eingestellter GDM: Einleitung ab 40+0 SSW
  • schlecht eingestellter GDM: individuelle Entscheidung

Grundsätzlich ist die Diskussion, ob und wann eine Einleitung gemacht wird, oft sehr emotional. Auf der einen Seite steht der Wunsch, dass möglichst wenig eingegriffen und der „Natur ihr Lauf“ gelassen wird, auf der anderen Seite bestehen aber auch Sorgen aufgrund der Risiken. Wichtig ist eine gute und individuelle Beratung!

 

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Was tun bei einem positiven Schwangerschafts-Test?

Für manche ist es die Erfüllung eines lang gehegten Wunsches, für andere eher ein Schrecken: ein positiver Schwangerschafts-Test. Bei den Testen gibt es verschiedene Nachweisgrenzen, sogenannte Frühteste zeigen noch vor Ausbleiben der Regelblutung die Schwangerschaft an, die „normalen“ Teste weisen die Schwangerschaft erst zum Ausbleiben der Regelblutung nach. Bei allen Testen wird im Urin das Vorkommen vom „Humanen Choriongonadotropin“ (HCG) bestätigt. Dieses Hormon wird von einem Teil des Mutterkuchens gebildet und lässt sich sowohl im Urin als auch im Blut finden.

Egal, ob nun Freude oder Schrecken dem positiven Schwangerschaftstest folgt, frau sollte jetzt einen Termin in einer frauenärztlichen Praxis vereinbaren. Im Ultraschall lässt sich die frühe Schwangerschaft ab der 5. Schwangerschaftswoche (SSW) nachweisen. Zunächst sieht man die Fruchthöhle und den Dottersack. Embryonale Strukturen werden meist ab der 6. SSW dargestellt, dann kann auch bereits ein erster Herzschlag gesehen werden (das dann natürlich noch kein fertiges Herz ist, sondern kontraktile Zellen, die sich später zu einem Herzen entwickeln werden).

Dieser erste Termin in der Praxis dient der Sicherstellung, dass die Schwangerschaft richtig in der Gebärmutter liegt und es sich nicht um eine Eileiter-Schwangerschaft handelt.

Nach meiner Erfahrung haben nicht wenige Frauen in der ganz frühen Schwangerschaft die Sorge, eine Eileiter-Schwangerschaft („Extrauteringravidität“) zu haben. Die Online-Recherche schürt diese Ängste, so dass sich nicht selten die Frauen mit dem positiven Test und ihrer Sorge umgehend in der Praxis vorstellen. In der sehr frühen Schwangerschaft lässt sich im Ultraschall noch keine Fruchthöhle darstellen. Das führt dann dazu, dass durch eine Blutentnahme die Höhe des HCG-Spiegels bestimmt wird und dann abhängig von diesem Wert weitere Kontrollen erfolgen – das ist dann eine Zeit des Abwartens und der Unsicherheit, die es zu ertragen gilt.

Grundsätzlich kann man sagen, dass ein Ziehen im Unterleib „als ob die Regel kommt“ in der frühen Schwangerschaft normal ist. Schmerzempfindlichkeit ist sicherlich sehr unterschiedlich ausgeprägt, aber man sollte sich vor Augen halten, dass nur 1,3 – 2,4 % aller Schwangerschaften tatsächlich „ektop“ (also nicht in der Gebärmutter liegend) sind. Die Zahlen der Häufigkeit sind allerdings umstritten, da nur die operativ und stationär behandelten Fälle erfasst werden. Es gibt eine Studie, die davon ausgeht, dass in Deutschland 20 Extrauteringraviditäten auf 1.000 Lebendgeburten kommen, siehe auch: www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2373… Das heißt: 98,7 – 97,6 % aller positiven Schwangerschafts-Tests bringen keine Eileiter-Schwangerschaft mit sich!

Bei der Festlegung des Schwangerschafts-Alters geht man zunächst von der letzten Regelblutung aus. In Zeiten der Selbstkontrolle durch Apps ist auch oft der Zeitpunkt des vermuteten Eisprungs bekannt und kann zur Berechnung des Schwangerschafts-Alters benutzt werden. Sowohl die altmodische Rechnung nach der letzen Regel als auch die Berechnung durch eine Zyklus-App weisen jedoch eine recht hohe Fehlerquote auf. Im Ultraschall kann man durch die Messung der Länge des Embryos das Schwangerschafts-Alter bestimmen. Es versteht sich, dass bei der Messung von wenigen Millimetern der Messfehler erheblich ist. Daher sehen die Mutterschafts-Richtlinien den ersten Ultraschall in der 9. – 12. SSW vor. Dann hat der Embryo eine Größe zwischen 15 und 55 Millimetern – damit kann man dann gut das Schwangerschafts-Alter festlegen.

Übrigens wird später in der Schwangerschaft dieses einmal festlegte Schwangerschafts-Alter samt dem sich daraus ergebenden Entbindungstermin nicht noch einmal korrigiert! Sieht man im Laufe der Schwangerschaft, dass das Kind entweder zu stark oder auch zu wenig wächst, muss man die Ursachen dafür erforschen und nicht denken: „Ach, wenn es so klein ist, sollte es noch ein paar Tage/Wochen länger drin bleiben …“

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Was ist die Lungenreife-Behandlung?

Eine Lungenreife-Behandlung (RDS-Prophylaxe) wird einer Schwangeren gegeben, wenn eine Frühgeburt zwischen der Schwangerschaftswoche (SSW) 23+0 und 34+0 droht.

Dabei wird Kortison intramuskulär gegeben (meist Betamethason 12 mg, 2 Mal im Abstand von 24 Stunden, alternativ ist Dexamethason 6 mg, 4 Mal im Abstand von 12 Stunden möglich). Durch die Gabe des Kortisons wird die Reifung der Lunge beim Kind beschleunigt. Dadurch verbessert sich die Lungenfunktion, die sonst bei einem zu früh geborenen Kind häufig noch nicht ausreichend gegeben ist. Das Frühchen hat dann eine bessere Überlebenschance. Außerdem weiß man, dass sich die Rate an Hirnblutungen bei den Kindern reduziert und auch eine schwerwiegende Darmfunktionsstörung, die nekrotisierende Enterokolitis (NEC), seltener auftritt.

Eine Lungenreife-Behandlung vor der 22+0 SSW macht keinen Sinn, da in diesem Schwangerschaftsalter die Lungenzellen noch nicht ausreichend weit entwickelt sind. Sie sind daher nicht in der Lage, auf die Kortison Applikation entsprechend zu reagieren. Für die Applikation nach 34+0 SSW (bis 36+6 SSW) gibt es keine ausreichenden Daten, die einen Nutzen für das Kind zeigen.

Wird einmalig eine Lungenreife-Behandlung gegeben, so führt dies vermutlich nicht zu negativen Langzeitfolgen für das Kind. Hierzu gibt es zahlreiche Studien – auch wenn man online manchmal anderes liest. In 2017 wurde dazu ein Cochrane Review (eine evidenzbasierte Übersichtsarbeit) veröffentlicht: www.cochrane.org/de/CD004454/ant…

Es wird allerdings kritisch diskutiert, inwieweit eine mehrfache Lungenreife-Behandlung Schäden verursachen kann. Es gibt Studien, die zeigen, dass mit der Zahl der Wiederholungen der Kortison-Gabe das Risiko für kindliche Komplikationen ansteigt.

Wichtig ist daher ein gutes Timing für die Gabe des Kortisons: das Kind hat einen Vorteil durch die Lungenreife-Behandlung, wenn die Geburt zwischen 24 Stunden und weniger als 7 Tagen nach der Therapie erfolgt. Deshalb sollte die Lungenreife-Behandlung nur bei tatsächlich bestehenden akuten Frühgeburtbestrebungen erfolgen. Eine Gabe „zur Sicherheit“ verbietet sich und setzt das Kind unnötigen Risiken aus.

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Was tun bei zu starker Regelblutung?

Wenn die Regelblutung als zu stark empfunden wird, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Schulmedizinisch kommen medikamentöse, hormonelle und operative Therapien in Betracht, naturheilkundlich gibt es verschiedene Heilpflanzen, die die Blutungsstärke reduzieren können.

Eine konkrete Therapie setzt allerdings immer eine sorgfältige gynäkologische Diagnostik voraus, da zunächst Erkrankungen, wie Endometriose, oder Veränderungen, zum Beispiel Myome, ausgeschlossen werden müssen.

Grundsätzlich muss man sagen, dass ein „zu stark“ bei der Regelblutung sehr subjektiv ist und letztlich nur der individuelle Leidensdruck der einzelnen Frau darüber entscheidet, ob überhaupt eine Behandlung notwendig ist.

Hier eine Übersicht über verschiedenen Möglichkeiten bei zu starker Menstruation. Diese Liste erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit und – wichtiger Hinweis – ersetzt keine persönliche ärztliche Beratung und Untersuchung:

Hormonelle Therapien

  • Die Hormonspirale: damit wird die Stärke der Menstruationsblutung reduziert, die unterschiedlichen Modelle beinhalten verschiedene Dosen des Hormons (Gestagen), auf Dauer kann die Regelblutung auch ganz ausbleiben.
  • Die Minipille: eine Pille nur mit Gestagen, wird dauerhaft genommen und es sollte gar keine Regelblutung mehr auftreten. Ebenfalls zur rein gestagenhaltigen Verhütung gehören die Dreimonats-Spritze und das Hormonimplantat.
  • Die Mikropille: also Gestagen + Östrogen, das sind die Pillen, die man meist 3 Wochen lang nimmt und dann eine Pause von einer Woche macht. Die Regelblutung in der Pause ist meist deutlich schwächer. In diese Abteilung gehören auch das Verhütungs-Pflaster und der Vaginalring.

Medikament

  • Tranexamsäure: Dadurch wird die Blutgerinnung beeinflusst („Antifibrinolytika“) und die Stärke der Regelblutung reduziert sich. Dieses Medikament wird zum Beispiel auch eingesetzt bei Nasenbluten oder bei Operationen, die ein vermehrtes Blutungsrisiko aufweisen.

Operation

  • Endometrium-Ablation: Operative Verödung der Gebärmutter-Schleimhaut, also Verödung des Gewebes, das die Blutung verursacht. Die Stärke der Monatsblutung reduziert sich meist sehr deutlich bzw. die Blutung bleibt ganz weg.
  • Entfernung der Gebärmutter: die radikale Lösung, die heute eher selten gewählt wird. Meist wird heute so operiert, dass der Gebärmutterhals erhalten bleibt, weil das wichtig für den Halt im Beckenboden ist. Bei Erhalt des Gebärmutterhalses kann es weiter eine schwache Regelblutung geben.

Naturheilkunde / Phytotherapie

  • Hirtentäschelkraut (Bursae pastoris herba)
  • Mönchspfeffer / Keuschlamm (Agnus castus)
  • Schafgarbenkraut / -blüten (Millefolii herba / -flos)
  • Gänsefingerkraut (Potentiellae anserinae herba)

Diese Heilkräuter gilt es zum Teil in Fertigarzneimitteln, wie Tabletten, Tropfen, Kapseln und Dragees. Außerdem kann man damit schöne Teemischungen zusammenstellen, die eine gute Unterstützung geben können.

Zu Bedenken ist zudem, dass eine starke Regelblutung einen Eisenmangel hervorrufen kann. Dieser kann durch Eisenpräparate behandelt werden, außerdem sollte auf eine eisenreiche Ernährung mit pflanzlichen Eisenquellen, wie zum Beispiel Hirse, Kürbiskerne, Leinsamen und Amaranth geachtet werden.

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Die Geburtenzahl in Hamburg 2018

Im Jahr 2018 wurden in Hamburg bei 25.077 Geburten 25.576 Kinder geboren.

Die höchste Zahl der Geburten gab es dabei wieder im Kath. Marienkrankenhaus, dort kamen 3.565 Kinder auf die Welt.

Danach folgen die weiteren Häuser: UKE 3.424, AK Altona 3.398, AK Barmbek 3.281, Albertinen-Krankenhaus 3.128, Krankenhaus Mariahilf 2.081, AK Nord Heidberg 1.765, Ev. Amalie Sieveking Krankenhaus 1.486, Agaplesion Diakonieklinikum 1.448, AK Wandsbek 1.030, und das Bethesda Krankenhaus Bergedorf 814.

Im Geburtshaus wurden 156 Kinder geboren.

Quelle: Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz, 10. Januar 2019
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Die Pille absetzen

Es gibt zwei Arten von Pillen: die Mikropille und die Minipille. Die Mikropille wird meist drei Wochen lang genommen, dann folgt eine einwöchige Pause, in der die Regelblutung kommt. Die Minipille wird ohne Pause eingenommen.

Die Mikropille kann entweder abgesetzt werden, indem einfach nach der Pause aufhört wird, sie zu nehmen, oder man kann auch mitten in der Packung aufhören, dann tritt nach einigen Tagen meist eine (Abbruch-)Blutung auf. Zum Teil liest man online, es sei ganz wichtig, die Mikropillen-Packung zu Ende zu nehmen, da „sonst der Zyklus durcheinander käme“. Das stimmt nicht, der „Zyklus“ unter der Pille ist gänzlich von den Pillenhormonen gesteuert und hat nichts mit dem natürlichen Zyklus einer Frau zu tun. Bei der Minipille kann jederzeit mit der Einnahme aufgehört werden. Auch hier kommt es oft zu einer (Abbruch-)Blutung ein paar Tage später.

Nach Absetzen der Pille benötigt der Körper etwas Zeit, um wieder auf „Eigenregie“ umzuschalten. Viele Frauen haben bereits einige Wochen nach dem Absetzen der Pille wieder ihre Regelblutung, bei anderen dauert es etwas länger. Abhängig ist dies davon, wie gut die körpereigenen hormonellen Vorgänge wieder ihren Lauf finden. Es ist stets hilfreich, sich daran zu erinnern, wie der Zyklus vor Beginn der Pillen-Einnahme war. Hatte eine Frau bereits zu dieser Zeit Probleme mit dem Zyklus, wurde eventuell sogar mit der Pille aufgrund dieser Probleme begonnen, dann kann es sehr gut sein, dass diese Dinge nun wieder in Erscheinung treten. Ein wichtiger Aspekte ist außerdem, in welchem Alter die Pille abgesetzt wird. Siehe dazu auch den Artikel: Wie ist es mit der Fruchtbarkeit?

Wurde die Pille aufgrund eines Kinderwunsches abgesetzt, kann auch schon recht schnell eine Schwangerschaft eintreten (Schöner Satz neulich in meiner Sprechstunde: „Eigentlich hatte ich es doch noch nicht so ernst gemeint…“) Generell gibt man jedem Paar mit Kinderwunsch etwa ein Jahr Zeit, und es wäre auch schön, sich diese Zeit zu nehmen.

Besteht kein Kinderwunsch, sollte bereits vor dem Absetzen der Pille im Detail und gut informiert klar sein, wie danach verhütet wird!

Hier eine Übersicht der verschiedenen Verhütungsmethoden, der Artikel zum Thema hormonfreie Verhütung und der Artikel zu den Wearables zur Zykluskontrolle.

Viele Frauen beschreiben positive Aspekte durch das Absetzen der Pille:

  • mehr Wohlbefinden, besseres Sich-selbst-Spüren („ein neues Lebensgefühl“),
  • weniger depressive Verstimmungen bzw. Stimmungsschwankungen,
  • Verschwinden anderer Nebenwirkungen, die der Pille zugeschrieben werden, wie z.B. Scheidentrockenheit, Scheideninfektionen, Kopfschmerzen,
  • mehr sexuelles Interesse,
  • schnellerer Eintritt einer Schwangerschaft bei Kinderwunsch.

Ganz unterschiedlich sind die Erfahrungen in Sachen Körpergewicht: einige Frauen sagen, sie hätten durch das Absetzen der Pille abgenommen, andere, sie hätten zugenommen. Dafür gibt es keinen wissenschaftlichen Nachweis, siehe auch mein Artikel: Macht die Pille dick?

Durch das Absetzen der Pille können sich zunächst auch einige negative Aspekte ergeben:

Bei vielen Frauen bessern sich diese Beschwerden nach einer Weile, bei längerem Bestehen sollte man Rücksprache mit der Frauenärztin halten.

 

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Die HPV-Impfung für Jungen

Seit Juni 2018 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die HPV-Impfung auch für Jungen.

Schon lange ist bekannt, dass Humane Papilloma-Viren (HPV) sowohl Gebärmutterhalskrebs bei Frauen, als auch einige andere Krebserkrankungen hervorrufen. So werden zum Beispiel auch ein Teil der Krebserkrankungen im Mund- und Rachenbereich, im Analbereich sowie bei Männern das Peniskarzinom durch HPV verursacht.

Man geht davon aus, dass HPV-Infektionen zu den am häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen gehören – nahezu jeder sexuell aktive Erwachsene kommt damit vermutlich in Kontakt. Meist handelt es sich hier um vorübergehende Infektionen, die nach 1-2 Jahren nicht mehr nachweisbar sind. Verbleibt das Virus jedoch im Körper, können Krebserkrankungen entstehen.

Wie bei den Mädchen wird die HPV-Impfung bei Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren empfohlen. Nachholimpfungen können bis zum 18. Geburtstag durchgeführt werden. Die Immunisierung sollte vor dem ersten Sexualverkehr erfolgen.

Das Epidemiologische Bulletin des Robert Koch Institutes findet sich hier: www.rki.de/DE/Content/Infekt/Epi…

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Die Wassergeburt – was sind die Vor- und Nachteile?

Unter Wassergeburt versteht man, dass sich die schwangere Frau unter der Geburt in einem Wasserbecken oder einer Badewanne befindet. Es kann entweder nur die Endphase der Geburt, die sogenannte Austreibungsphase, im Wasser verbracht werden oder auch die Phase zuvor, die sogenannte Eröffnungsphase.

Im Mai 2018 ist eine Cochrane-Analyse (evidenzbasierte Übersichtsarbeit) zu diesem Thema erschienen: www.cochrane.org/CD000111/PREG_i…

Es wurden die Ergebnisse aus insgesamt 15 Studien zusammengefasst. Insgesamt kann man sagen, dass nichts gegen eine Wassergeburt spricht.
Die Sorge, dass ein erhöhtes Infektionsrisiko für Mutter oder Kind besteht, wurde nicht bestätigt. Die Autorinnen der Analyse vermuten, dass die Zahl der Frauen, die eine PDA (Periduralanästhesie = Art der Regionalanästhesie) unter der Geburt benötigen, sich reduziert. Es konnte allerdings nicht gezeigt werden, dass ein Dammriss durch eine Wassergeburt verhindert werden kann bzw. dass das Ausmaß eines Dammrisses durch eine Wassergeburt reduziert wird.

Die Qualität der Studien war sehr unterschiedlich. Zum Teil waren diese von geringer Aussagekraft, sodass die Autorinnen darauf hinweisen, dass weitere Untersuchungen zu diesem Thema notwendig sind.

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Ist die Pille böse? (Audio: auch zum Anhören)

   Klar, die Überschrift „Ist die Pille böse?“ ist provokant formuliert. Ich beobachte jedoch seit einigen Jahren, dass viele Frauen die Pille zunehmend kritisch sehen. Und auch in vielen Online-Artikeln werden die Risiken und Nebenwirkungen der Pille in den Mittelpunkt gestellt.

In meiner täglichen Arbeit sagen mir Frauen oft: „Ich will ganz natürlich verhüten“ oder: „Ich will auf jeden Fall ohne Hormone verhüten, die haben ja so viele Nebenwirkungen“.

Neu: Diesen Artikel können Sie jetzt auch anhören. Länge knapp neun Minuten.

Das gesamte Thema Verhütung ist komplex, und ich möchte hier ein paar Aspekte aufzeigen, die meiner Meinung nach jede Frau für sich bedenken sollte, wenn sie über ihre Verhütung nachdenkt.

Was sind Nebenwirkungen?

Unter Nebenwirkungen (oder auch „unerwünschte Arzneiwirkungen“) versteht man Wirkungen des Medikamentes, die nicht beabsichtigt waren und zusätzlich zur Hauptwirkung auftreten. Im Beipackzettel der Pille finden sich zahlreiche Nebenwirkungen. Einige dieser Nebenwirkungen waren bereits bei der Zulassung bekannt, jedoch relativ viele kommen im Laufe der Jahre dazu, da es für zugelassene Medikamente ein Meldeverfahren für Nebenwirkungen gibt. Ältere Medikamente haben daher mehr bekannte Nebenwirkungen als neue Präparate, mit denen noch nicht so viele Erfahrungen vorliegen. Der Beipackzettel enthält eine Aufzählung unerwünschter Wirkungen, die aufgetreten sind, während eine Frau die Pille eingenommen hat – die Kausalität ist dabei überwiegend nicht geklärt. So gibt es als Nebenwirkung sowohl die Gewichtszunahme (Macht die Pille dick?), als auch die Gewichtsabnahme.

Ein wichtiger Aspekt bei den Nebenwirkungen ist, dass man sich über die Bedeutung des angegebenen Risikos klar wird. Es ist immer besser, Risiken als sogenanntes absolutes Risiko zu formulieren, damit für die einzelne Frau ihr individuelles Risiko deutlich wird. So liegt zum Beispiel das Risiko für eine Thrombose bei einer Frau, die eine Mikropille mit dem Wirkstoff Levonorgestrel nimmt, bei 5-7 auf 10.000. Im Vergleich dazu haben Frauen, die keine Pille nehmen und nicht schwanger sind, ein Thromboserisiko von 2 auf 10.000. (siehe auch Pille und Thromboserisiko).

Wie sicher sollte die Verhütung sein?

Wie schlimm wäre es, ungeplant schwanger zu werden? Ein Maß für die Sicherheit und Zuverlässigkeit einer Verhütungsmethode ist der Pearl-Index (nach dem Biologen Raymond Pearl). Der Pearl-Index gibt an, wie viele von 100 Frauen unter Verwendung einer Verhütungsmethode im Laufe eines Jahres schwanger werden. Die Zahlen sind zum Teil heiß diskutiert und man sollte immer beachten, ob es sich um die Angabe mit Anwendungsfehlern oder um die „perfekte Anwendung“ handelt. Hier die Zahlen von pro familia: www.profamilia.de/erwachsene/ver…

In der konkreten Beratungssituation bitte ich manchmal die Patientin, sich einfach mal vorstellen, wie es wäre, wenn ich nun in der Untersuchung mitteile: „Sie sind schwanger.“ Was löst das aus? Das pure Grauen, die reine Freude, oder irgendetwas dazwischen? Darüber sollte jede Frau sich ab und an Gedanken machen…

Was ist natürlich?

Heute gehört es zu den Idealen, dass alles ganz natürlich, gesund, ganzheitlich, rein, biologisch, authentisch, ehrlich und so weiter sein soll. Das sind alles Schlagworte, die selten mit wirklicher Bedeutung gefüllt werden. Was bedeutet „natürlich“ im Zusammenhang mit der Verhütung? Eigentlich ist es das Natürliche für eine erwachsene Frau, entweder schwanger zu sein oder gerade zu stillen… Das mit der Natur und der Verhütung sind also zwei Dinge, die sich schlecht miteinander vereinbaren lassen. Bei den Methoden der natürlichen Familienplanung wird durch die Beobachtung des Körpers (Temperatur und Zervixschleim) ermittelt, wann die fruchtbare Zeit ist. Das ist dann der „natürliche Weg“ der Verhütung. Sind dann alle anderen Methoden unnatürlich? Mit diesem Gedanken mag ich mich nicht so recht anfreunden…

Welche wirtschaftlichen Interessen stehen dahinter?

Damit meine ich sowohl die Interessen der Pharmaindustrie, als auch die von Herstellern von Wearables, Apps, E-Books & Co. zum Thema Verhütung. Zusätzlich zum ohnehin schon komplexen Thema Verhütung gibt es noch zahlreiche weitere Interessenträger. Letztlich wollen alle Geld mit dem Thema verdienen: Die Pillenhersteller mit einem möglichst hohen Umsatz von möglichst teuren Medikamenten, die Wearables-Hersteller mit dem Verkauf von tollen Gadgets. Auch die innovativen Apps und das passende E-Book oder das (Online-) Coaching sollen sich gut verkaufen. Wenn Werbung für diese Produkte gemacht wird, sollte jede Frau schauen, aus welcher Quelle die Informationen kommen und welches Interesse dahinter steht. Bei Wearables und Apps sollte außerdem stets der Datenschutz bedacht werden: Was wird alles erfasst? Und wo landen dann diese Daten?

Auch uns Frauenärzten wird manchmal unterstellt, wir wären ja nur Erfüllungsgehilfen der Pharmaindustrie. Das ist in meinen Augen Quatsch… (Übrigens: Unter wirtschaftlichen Aspekten bringt die Betreuung einer Schwangerschaft deutlich mehr ein, als eine Beratung zur Verhütung.) Mir ist schon klar, dass es sehr unterschiedliche Typen von Ärzten gibt und die Qualität der ärztlichen Beratung sehr verschieden ist. Jedoch bietet das deutsche Gesundheitssystem die Möglichkeit, sich bei der Frauenärztin oder dem Frauenarzt „um die Ecke“ eine sachkundige Beratung zu holen. Dieses Angebot sollten Mädchen und Frauen in jedem Fall wahrnehmen.

Übersicht über die verschiedenen Verhütungsmethoden: Hormonelle und nicht-hormonelle Verhütungsmethoden

 

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Was ist das Toxic Shock Syndrom („Tamponkrankheit“)?

Das Toxic Shock Syndrom (TSS) oder auch Toxisches Schocksyndrom ist ein Kreislauf- und Organversagen, das durch Bakterien-Toxine hervorgerufen wird. Ganz überwiegend stammen die Toxine von Staphylococcus aureus Bakterien, selten auch von Streptokokken des Typs A (sehr selten auch Typ C oder G).

Die Toxine bewirken über eine Ausschüttung von Zytokinen (Proteine, die zur Signalübertragung zwischen Zellen dienen) die folgenden Symptome: Fieber/Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Erbrechen und Durchfall, Blutdruckabfall/Schwindel, Muskelschmerz und Hautausschlag. Im Erkrankungsverlauf können sich Schäden an Leber und Nieren entwickeln, außerdem ist eine Schocksymptomatik bis hin zum Multiorganversagen möglich.

Grundsätzlich können sowohl Frauen als auch Männer aller Altersgruppen ein Toxic Shock Syndrom erleiden. Es findet sich jedoch eine Häufung bei jungen Frauen, die während ihrer Menstruation daran erkranken. In den 1970er Jahren wurde das Krankheitsbild zum ersten Mal beschrieben. Damals kamen extrem saugfähige Tampons auf den Markt, die verhältnismäßig lange in der Vagina verblieben. Durch die starke Saugfähigkeit der Tampons kann sich die Scheidenflora ändern, außerdem ist durch eine lange Liegezeit eine stärkere Vermehrung der Bakterien möglich

Zur Prophylaxe eines Toxic Shock Syndromes gibt es die folgenden Empfehlungen:

  • Tampons sollten möglichst nur in den ersten Tagen der Menstruation benutzt werden
  • Tampon sollten häufig ausgetauscht werden
  • Binden bzw. Vorlagen sollten ebenfalls verwendet werden, v.a. nachts
  • vor der Benutzung des Tampons die Hände waschen
  • Tampons aus Biobaumwolle reduzieren vermutlich das Risiko eines Toxic Shock Syndromes

Auch durch die Verwendung von Menstruations-Schwämmen kann ein Toxic Shock Syndrom ausgelöst werden. Ebenso bei Menstruationstassen und bei der Verwendung von Diaphragmen zur Verhütung gibt es Einzelfall-Berichte über das Auftreten eines Toxic Shock Syndromes.

Siehe auch: Was sind die Alternativen zu Tampons?

 

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