Schwangerschaft und Stillzeit: Wie ist es mit dem Haarefärben?

Zum Thema Haarefärben in der Schwangerschaft gibt es nur sehr wenige Daten. Doch es besteht der Verdacht, dass die Benutzung von Haarfärbemitteln während der Schwangerschaft und in der Stillzeit die Gesundheit des Kindes gefährdet.

In der Literatur finden sich nur wenige Hinweise auf Inhaltsstoffe von Haarfärbemitteln in Bezug auf Schwangerschaft oder Erkrankungen von Kindern. Ältere (tierexperimentelle) Untersuchungen zeigten, dass die Inhaltsstoffe meist keine Fehlbildungen beim Embryo hervorrufen. Bei den Nitrosaminen und 4-Amino-2-Nitrophenol besteht der Verdacht, dass sie das Erbgut verändern könnten. Nicht sicher ist die Datenlage bei Triphenylmethan und quartären Ammoniumverbindungen.

Es gibt Fall-Kontroll-Studien:

  • Hirntumore bei Kindern: Mehrere Studien zeigen eine leichte Risikoerhöhung für das Auftreten von Hirntumoren bei Kindern, wenn in der Schwangerschaft bzw. kurz vor Beginn der Schwangerschaft Haarfärbemittel genutzt wurden.
  • Leukämie im Kindesalter: Eine Untersuchung aus Brasilien ergab eine leichte Risikoerhöhung für das Auftreten von Leukämien bei Kleinkindern, wenn im ersten Schwangerschaftsdrittel Haarfärbemittel benutzt wurden. Ebenso gab es eine leichte Risikoerhöhung, wenn die Mutter in der Stillzeit ihre Haare gefärbt hat.

Auch wenn die Datenlage insgesamt sehr dünn ist: Sicher ist, dass während der Benutzung von Haarfärbemitteln immer etwas von den Inhaltsstoffen über die Kopfhaut aufgenommen wird. Diese gelangen dann über den Blutkreislauf zum ungeborenen Kind. Deshalb finden sich meist Warnungen, in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft die Haare nicht zu färben.

Trotz der eher schlechten wissenschaftlichen Basis für diese Empfehlungen rate ich, auf das Haarefärben in der Schwangerschaft und Stillzeit zu verzichten.

 

Bildnachweis: © Ramona Heim – Fotolia.com

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Veröffentlicht von

Dr. Christine Adler ist niedergelassene Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Naturheilverfahren, in Hamburg Rahlstedt. Hier schreibt sie über Themen und Fragen, die ihr in der Sprechstunde immer wieder begegnen.