Antworten auf häufige Fragen (FAQ)

Auf dieser Seite sammele ich Beiträge zu Fragen, die von meinen Patientinnen häufig gestellt werden.

Die Wassergeburt – was sind die Vor- und Nachteile?

Unter Wassergeburt versteht man, dass sich die schwangere Frau unter der Geburt in einem Wasserbecken oder einer Badewanne befindet. Es kann entweder nur die Endphase der Geburt, die sogenannte Austreibungsphase, im Wasser verbracht werden oder auch die Phase zuvor, die sogenannte Eröffnungsphase.

Im Mai 2018 ist eine Cochrane-Analyse (evidenzbasierte Übersichtsarbeit) zu diesem Thema erschienen: www.cochrane.org/CD000111/PREG_i…

Es wurden die Ergebnisse aus insgesamt 15 Studien zusammengefasst. Insgesamt kann man sagen, dass nichts gegen eine Wassergeburt spricht.
Die Sorge, dass ein erhöhtes Infektionsrisiko für Mutter oder Kind besteht, wurde nicht bestätigt. Die Autorinnen der Analyse vermuten, dass die Zahl der Frauen, die eine PDA (Periduralanästhesie = Art der Regionalanästhesie) unter der Geburt benötigen, sich reduziert. Es konnte allerdings nicht gezeigt werden, dass ein Dammriss durch eine Wassergeburt verhindert werden kann bzw. dass das Ausmaß eines Dammrisses durch eine Wassergeburt reduziert wird.

Die Qualität der Studien war sehr unterschiedlich. Zum Teil waren diese von geringer Aussagekraft, sodass die Autorinnen darauf hinweisen, dass weitere Untersuchungen zu diesem Thema notwendig sind.

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Schwangerschaft und Stillzeit: Wie ist es mit dem Haarefärben?

Zum Thema Haarefärben in der Schwangerschaft gibt es nur sehr wenige Daten. Doch es besteht der Verdacht, dass die Benutzung von Haarfärbemitteln während der Schwangerschaft und in der Stillzeit die Gesundheit des Kindes gefährdet.

In der Literatur finden sich nur wenige Hinweise auf Inhaltsstoffe von Haarfärbemitteln in Bezug auf Schwangerschaft oder Erkrankungen von Kindern. Ältere (tierexperimentelle) Untersuchungen zeigten, dass die Inhaltsstoffe meist keine Fehlbildungen beim Embryo hervorrufen. Bei den Nitrosaminen und 4-Amino-2-Nitrophenol besteht der Verdacht, dass sie das Erbgut verändern könnten. Nicht sicher ist die Datenlage bei Triphenylmethan und quartären Ammoniumverbindungen.

Es gibt Fall-Kontroll-Studien:

  • Hirntumore bei Kindern: Mehrere Studien zeigen eine leichte Risikoerhöhung für das Auftreten von Hirntumoren bei Kindern, wenn in der Schwangerschaft bzw. kurz vor Beginn der Schwangerschaft Haarfärbemittel genutzt wurden.
  • Leukämie im Kindesalter: Eine Untersuchung aus Brasilien ergab eine leichte Risikoerhöhung für das Auftreten von Leukämien bei Kleinkindern, wenn im ersten Schwangerschaftsdrittel Haarfärbemittel benutzt wurden. Ebenso gab es eine leichte Risikoerhöhung, wenn die Mutter in der Stillzeit ihre Haare gefärbt hat.

Auch wenn die Datenlage insgesamt sehr dünn ist: Sicher ist, dass während der Benutzung von Haarfärbemitteln immer etwas von den Inhaltsstoffen über die Kopfhaut aufgenommen wird. Diese gelangen dann über den Blutkreislauf zum ungeborenen Kind. Deshalb finden sich meist Warnungen, in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft die Haare nicht zu färben.

Trotz der eher schlechten wissenschaftlichen Basis für diese Empfehlungen rate ich, auf das Haarefärben in der Schwangerschaft und Stillzeit zu verzichten.

 

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Medikamente in Schwangerschaft und Stillzeit

Oft werde ich gefragt, ob man als Schwangere Medikamente nehmen dürfe. Das betrifft Frauen zu Beginn einer Schwangerschaft, die bestimmte Arzneimittel eingenommen haben, ohne zu wissen, dass sie schwanger sind. Oder Frauen im Laufe einer Schwangerschaft bzw. in der Stillzeit, wenn eine Erkrankung vorliegt.

Viele Medikamente können auch in Schwangerschaft und Stillzeit genommen werden, und es ist wichtig zu wissen, dass unbehandelte Erkrankungen sowohl die Mutter als auch das Kind gefährden könnten.

Exzellente Informationen dazu gibt es bei: www.embryotox.de Dahinter steht das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité-Universitätsmedizin Berlin.

Außerdem gibt es das Institut für Reproduktionstoxikologie der St. Elisabeth-Stiftung in Ravensburg: www.reprotox.de

Für Kliniken, Arztpraxen und Apotheken gibt es das Reproductive Effects System, dies ist eine Sammlung verschiedener Datenbanken zur Abschätzung der Mutagenität, Reproduktionstoxizität und Kanzerogenität von Arzneistoffen und Chemikalien: www.wissenschaftliche-verlagsges… (die Vollversion kann man 30 Tage kostenlos testen).

Und ein guter Artikel zum Thema ist in der Welt erschienen: www.welt.de/gesundheit/article12…

Auch interessant: www.sueddeutsche.de/gesundheit/m…

Für Frauen mit Rheuma: www.rheuma-liga.de/schwanger/ und www.welt.de/gesundheit/article13…

Kinderwunsch und Schwangerschaft bei primären Immundefekten: www.dsai.de/publikationen/brosch…

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