Pille und Thromboserisiko

Schon lange ist bekannt, dass „die Pille“ (also die Mikropille), das Thromboserisiko erhöht. Eine Thrombose ist ein Blutgerinnsel in einem Blutgefäß, meist in den Beinvenen. Wenn sich so ein Thrombose­gerinnsel löst, verursacht es eine Embolie, zum Beispiel in der Lunge.
Zum Ende des vergangenen Jahres gab es eine Welle an Berichten zu diesem Thema, da ein Gerichtsverfahren gegen ein Pharmaunternehmen wegen einer durch eine Pille mutmaßlich verursachten Thrombose begann.

Hier wesentliche Fakten, die frau kennen sollte, wenn sie sich für die Einnahme einer Mikropille entscheidet:

  • Alle Mikropillen erhöhen das Thromboserisiko. Dabei gibt es Unterschiede in der Höhe des Risikos. Präparate mit einem relativ niedrigem Risiko enthalten die Gestagene Levonorgestrel, Norethisteron oder Norgestimat.
  • Für die Bildung einer Thrombose gibt es weitere Risikofaktoren: Starkes Übergewicht, Rauchen, Alter über 35 Jahre, eine familiäre Neigung zu Thrombosen, Diabetes mellitus und zu hoher Blutdruck.
  • Typische Symptome für eine Thrombose oder eine Embolie sind: Starke Schmerzen / Schwellung eines Beines; plötzliche unerklärliche Atemnot, Schmerzen in der Brust; Schwäche oder Taubheitsgefühl des Gesichtes, Arms oder Beins.

Das BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) hat bereits Anfang 2014 eine Information zu Thema herausgebracht: www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoin…

In der Zusammenfassung macht das BfArM deutlich, dass „keine Notwendigkeit (besteht), das Präparat abzusetzen, wenn bisher keine Probleme bei der Anwendung des kombinierten hormonalen Kontrazeptivums aufgetreten sind.“
Besorgte Frauen, die eine Pille nehmen, sollten also zunächst diese weiternehmen und sich ggf. zu einem Wechsel der Pille bzw. der Verhütungsmethode beraten lassen.
Außerdem schreibt das BfArM: „Bei den meisten Frauen überwiegt der mit der Anwendung von KHK (kombinierten hormonalen Kontrazeptiva) verbundene Nutzen das Risiko für das Auftreten schwerwiegender Nebenwirkungen bei weitem. Der Fokus liegt nun auf der Bedeutung der individuellen Risikofaktoren der einzelnen Frau / Anwenderin sowie der Notwendigkeit, Risikofaktoren regelmäßig neu zu beurteilen.“

VTE-Risiko kombinierter hormonaler Kontrazeptiva
(VTE = venöse Thromboembolie)
Gestagen, welches im KHK enthalten ist
(kombiniert mit Ethinylestradiol, sofern nicht anders angegeben)
Relatives Risiko im Vergleich zu Levonorgestrel Geschätzte Inzidenz
(pro 10 000 Frauen und Anwendungsjahr)
Nichtschwangere Nichtanwenderinnen 2
Levonorgestrel Referenz 5 – 7
Norgestimat / Norethisteron  1,0 5 – 7
Gestoden / Desogestrel / Drospirenon 1,5 – 2,0 9 – 12
Etonogestrel / Norelgestromin 1,0 – 2,0 6 – 12
Chlormadinonacetat / Dienogest / Nomegestrolacetat (E2)
E2: Estradiol
 Noch zu bestätigen1
1Um aussagekräftige Daten für das Risiko dieser Präparate erheben zu können, werden weitere Studien durchgeführt oder sind geplant.

Übersicht über Verhütungsmethoden.

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Tabelle: Rote-Hand-Brief, 30.01.2014 (PDF)