Hormonfreie Verhütung

In meiner Sprechstunde werde ich immer wieder gefragt, ob es nicht auch eine hormonfreie Möglichkeit zur Verhütung gibt.
Ja, es gibt Verhütungsmethoden, die keine Hormone benötigen. Wobei auch hier gilt, dass jede Verhütungsmethode ihre Vor- und Nachteile besitzt und frau sich stets vorher gut über alle Aspekte informieren sollte.

In früheren Artikeln habe ich die meisten Methoden bereits erwähnt, zu einigen schreibe ich hier noch mehr:

Verhütungsmethoden ohne Hormone

  • Spirale, hormonfrei als Kupfer-Spirale, bzw. als Variante davon, der Kupferperlen-Ball (IUB™ = IntraUterinBall) und die Kupferkette Gynefix®
  • Barriere-Methoden für die Frau: Das Diaphragma, die Femcap®, die Portiokappe (nicht mehr auf dem Markt), das Femidom® (= Kondom für die Frau)
  • Barriere-Methode für den Mann: Das Kondom
  • Zeitwahlmethoden bzw. Natürliche Familienplanung
  • Spermizide und Spermiostatika
  • Sterilisation von Mann oder Frau

Und weil so viele in diesem Zusammenhang danach fragen, hier noch einmal die Links zu den Artikeln über Apps und Wearables.

Das Diaphragma: Es besteht aus einem runden, elastischem Ring, den eine Kuppel mit Silikon überspannt. Es gibt verschiedene Größen (Durchmesser 60 bis 95 mm), so dass das Diaphragma individuell angepasst werden muss. Zum Einführen wird auf das Diaphragma zusätzlich ein spermienhemmendes Gel aufgetragen. Es kann frühestens zwei Stunden vor dem Geschlechtsverkehr eingesetzt werden, nach dem Verkehr sollte es noch mindestens sechs bis acht Stunden in der Scheide verbleiben. Nach der Benutzung wird es gereinigt und kann wiederverwendet werden, es hält bei korrekter Pflege 1 bis 2 Jahre.
Als Variante gibt es das Caya® Diaphragma. Dies hat eine Einheitsgröße, so dass die Notwendigkeit einer Anpassung entfällt (für Diaphragma Größen 65 bis 80 mm). Weitere Informationen gibt es unter: www.caya.eu/home/

Die Femcap®: Sie ist eine Weiterentwicklung der Portiokappe und besteht aus einer gewölbten Kuppel mit einem breitem Rand. Sie umschließt den Muttermund, so dass meist ein Unterdruck entsteht. Die Femcap® gibt es in drei Größen, so dass eine Anpassung ratsam ist. Nach Angabe des Herstellers reicht jedoch die Orientierung an der Vorgeschichte der Frau zur Anspassung (drei Größen: für Frauen, die noch nie schwanger waren / für Frauen, die schwanger waren, aber eine Fehlgeburt, einen Abbruch oder einen Kaiserschnitt hatten / für Frauen, die mindesten eine vaginale Geburt hatten). Auch hier wird beim Einsetzen ein spermienhemmendes Gel aufgetragen. Wie beim Diaphragma kann es frühestens zwei Stunden vor dem Geschlechtsverkehr eingesetzt werden, nach dem Verkehr sollte es noch mindestens sechs bis acht Stunden in der Scheide verbleiben. Zusätzliche Informationen und Bestellmöglichkeit gibt es unter: www.medintim.de/frau-verhuetung-…

Das Femidom® (= Kondom für die Frau): Das Femidom® ist eine Hülle aus Polyurethan mit einem geschlossenen und einem offenen Ende. Das geschlossenen Ende wird tief in der Scheide platziert, das offene Ende wird von einem Ring umschlossen, der vor dem Scheideneingang über den großen Schamlippen liegt. Es handet sich um einen Einmalartikel.

Im August 2017 ist auf Spiegel online ein Artikel zum Thema erschienen:
www.spiegel.de/gesundheit/sex/ho…

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